четверг, 3 сентября 2026 г.

Julias Geschichte, Chantal Delsol



Genau in diesem Augenblick, wahrscheinlichu wegen der Anwesenheit des Kindes, diese Frage stellte er sich erst viel später und fand auch keine Antwort, in diesem Augenblick also spürte er, daß der Raum bewohnt war. Die Wäschekammer beherbergte ein Volk von Gespenstern. Geister schliefen in der dichten Atmosphäre, die sie mit ihrem Duft erfüllt hat-ten. Dieser Geruch überrumpelte ihn und erschütterte ihn bis ins Herz. Es war ein Duft von feuchter, warmer Baumwolle, von Leinen, das in unergründlichen Schranktiefen vergessen lag, ein dämmeriger Duft, der nach Frieden und Zärtlichkeit roch. Bestimmt ein Ruf aus dem Mutterleib. In seiner frühesten Kindheit, sehr fern, er wußte nicht, wo, hatte es so etwas gegeben. Ein Zimmer, an den äußersten Rändern der Erinne-rung, war buchstäblich in diesen Geruch von Mattigkeit und Glück getaucht, der unerklärliche Gefühle weckte. Er sah die Schatten von Dutzenden von Frauen mit schwerfälligem Gang auftauchen, die Gesichter vom Licht überglänzt, wie sie unter en Augen der Margeriten nähten und bügelten. Sie bildete eine schweigende Gesellschaft durch alle Zeiten hindurch und wachten über die Geschöpfe mit ihrer Arbeit an den Dingen.